Donnerstag, 21. Januar 2010

Unsere gefrorenen Spurrillen wegschmelzen


Inspiriert durch einen Beitrag von Gaba zum Thema Glaubenssätze und aktuell einigen Mails, die mich derzeit erreichen, entstand ein Bild vor meinem inneren Auge.

Wir sind manchmal festgefahren in unserem Denken. Durch Wiederholung alter Glaubenssätze wird der Glaubenssatz, wie z.B."Mit den Schmerzen muss ich leben" immer mehr zur "Wahrheit" und immer mehr verankert, wie auch Spurrillen auf Autobahnen, die von tonnenschweren LKWs, die zu Hunderten Tag für Tag auf der Autobahn fahren, geformt werden.

Mein Bild:

Es hat viel geschneit.
Die Straße ist voll von Schnee.
Die ersten Autos beginnen, darauf zu fahren und nach einiger Zeit gibt es schon ein paar Spurrillen, die im Laufe des Tages etwas matschig werden.
Über Nacht friert es.
Am nächsten Morgen sind diese Spurrillen festgefahrene Eiskanäle.
Man kann nicht anders, als in dieser Spur zu bleiben, man kommt nicht heraus und schlittert in die vorgegebene Richtung.

Meine Visualisation:

Ich lasse das Eis schmelzen.
Die Schnee- und Eiskanten werden weich und verformbar.
Ich kann aus der vorgegebenen Spur austreten oder herausfahren und neue Wege erkunden.


Dies ist eine Einladung, unseren Geist offen zu halten.
Es ist eine Einladung, andere Wege zu akzeptieren und Scheuklappen abzunehmen oder zumindest weiter zu stellen.


Das gilt nicht nur für Glaubenssätze, sondern auch dafür, die Welt über unseren Tellerrand hinaus zu sehen.

Ein Beispiel:

In den letzten Wochen bekam ich Einladungen zu Kursen per Mail von mir teils persönlich bekannten, teils unbekannten Therapeuten.
Ein offenes Angebot schau ich mir gerne an.
Nicht sehr gerne mag ich den beschränkten, und dadurch engen Blickwinkel von therapeutisch tätigen Menschen, die immer noch "high" von ihrer Methode und ihren Erfahrungen, glauben, dass ihr Weg natürlich der beste ist, der tiefgehendste, besonderste, neueste - den alle Anderen jetzt auch unbedingt gehen müssen!
Und das ist er natürlich (der beste Weg) - für sie - weil sie nur ihre eigenen Erfahrungen in eine Skala packen können.
Wir können es nicht für andere bestimmen. Wir können nur den Blick weichmachen, den eigenen Weg gehen und jedem seinen Weg lassen - der weder besser noch schlechter ist, aber immer einzigartig :-)

Ich wünsche Euch immer wieder neue Wege.

Herzlich
Nora

Kommentare:

Gabaretha hat gesagt…

Liebe Nora,
vielen Dank für dieses wunderschöne Gedankenbild und den tollen Blogbeitrag. Die Spurrillen im Schnee stellen wunderbar anschaulich und perfekt dar, wie eingefahrene Gedanken wirken.
Ich freue mich riesig, dass ich Dich mit meinen Gedanken zu so einem schönen Post anregen durfte.

Sonnige Grüße aus dem momentan vereisten Isartal,
besser und besser,
Gaba

ulfrunge hat gesagt…

Liebe Nora,

die Lösungen von gestern sind nicht die Antworten auf unsere Herausforderungen von heute.

Danke für diese schönen Gedanken.

Liebe Grüße,
Ulf

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Gaba,
ich lasse mich sehr gern von Dir inspirieren. Danke dafür.

Lieber Ulf,
Du drückst es sehr treffend aus. Danke Dir.

Liebe Grüße
Nora

seelenruhig hat gesagt…

Deine Gedanken gefallen mir sehr gut! Ja, es ist wichtig achtsam zu sein - darüber nachzudenken was man hat, was man schätzt, warum es einem gut geht, wie sich das anfühlt...
Thich Nhat Hanh ist ein wunderbarer Lehrmeister! Ich mag ihn sehr gerne und habe ihn auch in meiner Bibliothek.

Lass und heute um die Sprurillen kümmern - im übertragenen und auch im echten Sinne. Es schneit wie verrückt am Bodensee und dei Fahrt ins Büro war ein Ge-Eiere!

Eislichter macht man mit Gefäßen die man so findet und die es aushalten, wenn man das Wasser darin gefieren lässt. Auf das Wasser noch eine kleinere Schale stellen (evtl.mit einem kleinen STein beschweren) damit eine Kuhle fürs Teelilcht entsteht.

Viel Spaß beim Herstellen!

Ellen