Mittwoch, 18. November 2009

Bewusstsein und Potential



"Obwohl ich älter werde
sieht meine Netzhaut immer noch
lebendige Farben.
Nur wenige elektromagnetische Wellen
doch gerade jene
zwischen 0,4 und 0,7 Millimicron.
Das heisst, von dem, was wir 'rot' nennen
bis zu dem, was wir 'blau' nennen.
Und - ich schätze mich glücklich, das sagen zu können -
Meine Trommelfelle
hören immer noch einige Wellen
aus der Fülle des akustischen Meeres.
Einige davon nennen wir Bach.
Ich kann nicht erklären, wie ich bestimmte
Molekulare Strukturen schmecke, doch ich tue es.
Und dasselbe ist es mit Berührung und Geruch.
So bleibe ich in Kontakt
mit dem, was wir Wirklichkeit nennen,
und ich bilde mir viele Meinungen darüber.
Meine Schwierigkeit:
Ich weiss, dass ich die meisten Wellen verpasse.
Weshalb sollten Bienen mehr sehen,
Hunde besser riechen
Fledermäuse genauer hören können?
Und selbst sie verpassen den Großteil der Vorstellung.
Weshalb bloß ein derart kleiner Empfänger
inmitten dieser ganzen Symphonie?
Wenn ich sterbe -
Werde ich dann alles hören?"

(Tom Greening, "Awareness" aus "Shadows of the Sacred")


Es liegen so viele Schätze in uns, die, wenn wir sie freilegen,
unser Erleben intensiver machen können.
Ich höre nicht auf, zu staunen.


Nach meiner kleinen Blog-Pause
wünsche ich Euch einen schönen Mittwoch

Nora

Kommentare:

Jürgen hat gesagt…

Ich staune auch immer wieder, was alles erfahrbar wird, wenn ich mich eine Stunde oder länger mal nur auf einen einzigen meiner Sinne konzentriere. Und ich beneide Menschen, die ihr Gehör so geschult haben, dass sie in einer Sinfonie jedes Instrument heraushören und alle Zwischentöne wahrnehmen können. Ich übe noch.

Liebe Grüße,
Jürgen

Claudia Nora hat gesagt…

Lieber Jürgen, ich übe auch immer noch und immer wieder :-)
Liebe Grüße
Nora