Sonntag, 9. August 2009

Außergewöhnliche Performances

Immer noch im Urlaub und daher etwas blogfaul mag ich Euch zwischendurch trotzdem gerne über eines meiner Erlebnisse berichten.
Vor einer Woche gab es durch den Industrietempel eine besondere Veranstaltung, den "Sakralen Hafen".

Die Beschreibung lautete:

An vier verschiedenen "vergessenen" Orten werden für einen kurzen, vergänglichen Zeitraum sakrale Klang-Raum-Tanz-Kunstwerke entstehen, die -künstlerisch verarbeitet- Anklänge verschiedener geistiger Traditionen in sich tragen: ein indischer Tempeltanz, eine Butoh-Tanzperformance, eine Kathedralen-Stimmperformance, Sufimusik mit dem Wirbeltanz der Derwische, der Herzschlag der Erde mit einer Trommel-Ritualperformance, all dies unterstützt von einer ungewöhnlichen Form der Lichtgestaltung.

Der erste der vier Orte war wohl der ungewöhnlichste; als wir mit dem Bus dorthin gefahren wurden, erklärte unsere Begleitung, dass wir in das Innere eines Autobahnbrückenpfeilers gehen würden, eine Treppe hinuntersteigend, ins Dunkel und dort sollten wir ganz leise sein.

Dunkelheit gepaart mit einem Raum, aus dem ich nicht herauskomme, ist definitiv eine Herausforderung für mich. Und wenn auch mit gemischten Gefühlen, nehme ich solche Herausforderungen gerne an, weil ich weiß, dass sie eine Chance sind und ich ausserdem gespannt bin, was passiert.

Wir gingen also diese Treppen hinunter, dann wurden die Taschenlampen ausgemacht und die Tür fiel mit einem lauten Knall ins Schloss. Wusscccchhhh! Das wars dann, dunkel und Du kommst hier nicht mehr raus... Ich spürte eine Welle von Angst und Schrecken durch meinen Körper laufen vom Kopf bis zu den Füßen und dort wieder hinaus in die Erde. Und dann war es gut. Es war eine wunderbare Erfahrung, so durchlässig zu sein. Das Angstgefühl setzte sich nicht fest, ich ließ es durch mich in die Erde gehen und war danach ganz ruhig und konnte die Töne, die nun durch drei Menschen erklangen, voll und ganz genießen. Dazu das Geräusch der über uns fahrenden Autos war schon speziell.

Alle Orte waren irgendwo am Mannheimer Hafen.
Am nächsten Ort wartete diese Indische Tempeltänzerin, auch unterhalb einer Brücke, mit ihrer anmutigen Darbietung.




Am dritten Ort gab es die für mich schrägste und noch unbekannteste Performance.
Einen Butoh-Tanz, einen Ausdruckstanz aus Japan.




Die Beleuchtung der nächsten Darbietung ließ den Orient schon erkennen. Dazu noch die Sufi-Musik und schließlich der sich drehende Derwisch und schon vergaßen wir, dass wir uns am Mannheimer Hafen befanden.


Zum guten Schluß versammelten wir uns unter einer Bahnbrücke, von der dann über zwei Treppen 30 Trommler herunterkamen, uns in die Mitte nahmen und uns mit den Trommelschlägen und Fackelträgern umkreisten.


Jeder Ort und jede Performance war ein ganz besonderes Erlebnis und hinterließ viele Eindrücke und auch Körpererfahrungen. Wie schön, dass es so kreative Menschen gibt, die so ein außergewöhnliches Projekt ehrenamtlich auf die Beine stellen. Es folgen sicher noch mehr Projekte dieser Art des Industrietempels.

Ich wünsche Euch genauso bunte und interessante Sommertage.

Herzlich
Nora



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