Sonntag, 30. August 2009

Tankstelle Himmel und Wind


Heute brauchte ich Gipfel-Luft. Und beim Anblick der Gleitschirmflieger auf dem Merkur-Gipfel in Baden-Baden wäre ich am liebsten mitgeflogen.

Das ist übrigens eine Möglichkeit, aufzutanken:

Stell dich auf die Spitze eines Berges oder Hügels in den Sturm/Wind
und lasse den Wind durch dich durchblasen.
Der Geist wird geklärt und du wirst gereinigt.

"Offene Räume" geben Trost und mehr Platz
zum Durchatmen.
Lasse dich von der Weite des Himmels nähren
und durch das Blau des Himmels entspannen.


Einen entspannten Sonntagabend
wünscht
Nora

Donnerstag, 27. August 2009

Herzschützer

© Daisy - istockphoto.com

Ein Aspekt des Herzens und ein Meridian der Feuerenergie ist Perikard, auch "Herzschützer" genannt.

Tipp:
Wenn Du aufgeregt oder nervös bist, Angst hast oder Dich emotional belastet fühlst, dann kannst Du mit dem Daumen der einen Hand die Mitte der Handfläche Deiner anderen Hand massieren.
Hier bist Du bei Perikard 8, dem "Palast der Besorgnis". Der Punkt reguliert den Kreislauf und wird Dich beruhigen.


"Herzschützer ist einem riesigen Gänseblümchen ähnlich, dessen kristallweiße Blütenblätter sich in unterschiedlichem und stets wechselndem Maße öffnen, je nach dem, wie sicher wir uns fühlen - das heißt, je nach dem, wie sicher sich unser Herz fühlt. Das Bild ähnelt jenen großen Lotusblüten in buddhistischen Malereien, in deren Mitte Buddha steht. So arbeitet "Herzschützer gemeinsam mit dem Intuitiven Herzen, das ihm weise Führung zuteil werden läßt, und mit dem Romantischen Herzen, das ihn dazu drängt, sich impulsiv zu öffnen."


Irgendwo, wohin ich noch nie gereist bin

Glücklich jenseits aller Erfahrung, haben deine Augen ihre Stille:

In deiner zartesten Gebärde sind Dinge, die mich umfangen,

Oder die ich nicht berühren kann,

da sie mir zu nahe sind

Dein flüchtigster Blick wird mich leicht öffnen

Obwohl ich mich wie Finger verschlossen habe,

Öffnest du mich stets - Blütenblatt für Blütenblatt,

wie der Frühling (geschickt, geheimnisvoll berührend)

seine erste Rose öffnet.

Oder, wenn es dein Wunsch ist, mich zu schließen,

werden ich und mein Leben wundervoll sich schließen, plötzlich,

als ob das Herz dieser Blume sich vorstellte,

daß Schnee behutsam überall hinfällt.

Nichts, was wir in dieser Welt wahrnehmen dürfen,

kommt der Kraft deiner äußersten Zerbrechlichkeit gleich:

ihre Struktur zwingt mich mit der Farbe ihrer Länder,

Tod mit jedem Atemzug und für immer übertragend.

(Ich weiß nicht, was an dir ist, das öffnet und schließt; etwas nur in mir

versteht: die Stimme deiner Augen ist tiefer als alle Rosen)

niemand, nicht einmal der Regen, hat solch winzige Hände.

(E.E. Cummings)



- aus "Aus der Mitte des Herzens lauschen", Hugh Milne


Von Herzen
Nora

Sonntag, 23. August 2009

Selbstmassage mit den Tennisballsocken



Bei einem Do-In-Tag (Do-In = Selbstbehandlung durch Eigenmassage, Übungen usw.) vor einigen Wochen habe ich nach langer Zeit mal wieder die Tennisballsocken zur Selbstbehandlung entdeckt.

Das ist einfach und hilfreich, wenn Du keine Gelegenheit hast, Dich behandeln zu lassen - was aber natürlich immer viiieeel besser und schöner ist :-)

Du nimmst zwei Tennisbälle, steckst sie in einen Socken und knotest das Ende zu.
Die Socken werden so fest gebunden, dass die Bälle nicht auseinandergleiten.

Eine weitere Variante ist, mehr Bälle zu nehmen (in der Socke mit dem Foto sind es sechs Bälle), um eine größere Fläche abzudecken. Außerdem ist der Druck bei mehreren Bällen nicht so hoch, wie bei nur zwei Bällen.
Wem der Druck trotzdem noch zu hoch ist, der kann eine dünn zusammengerollte Decke nehmen.

Lege die Tennisballsocke unter Dein Kreuzbein, am unteren Ende der Wirbelsäule.
Probiere aus, ob Du Deine Beine aufgestellt oder gestreckt lassen möchtest.



Dann gehe mit der Rolle Stück für Stück weiter nach oben.
Die Dornfortsätze der Wirbelsäule liegen immer in der Kuhle zwischen den zwei Bällen.
Bleibe jeweils für einige Augenblicke dort, wenn es guttut.
Wenn es Punkte gibt, die sehr schmerzhaft sind, dann gehe einfach weiter.

Ich schätze hier sehr eines der Sotai-Prinzipien:

Gehe dahin, wo es leicht geht, wo es Dich hinzieht und es Dir guttut.


Du kannst hoch bis zum Schädelrand gehen.



Die Übung ist zum Aktivieren des Energieflusses und zum Lösen von Verspannungen gedacht.
Experimentiere nicht bei Bandscheibenvorfällen oder anderen eventuell schwerwiegenden Veränderungen der Wirbelsäule.

Achte auf Deinen Körper und gehe sorgsam mit ihm um.

Die Übung ist auch sehr schön, wenn sie abends vor dem Schlafengehen gemacht wird.
Dann geh ich jetzt mal rollen...

Von Herzen
Nora

Montag, 17. August 2009

Gut genährt - starke Erde


Nach meinem Urlaub und einigen Seminaren bin ich gut genährt und erfüllt wieder da.
In den Wandlungsphasen würde man diesen Zustand als ein gestärktes Erdelement bezeichnen.
Zur Wandlungsphase Erde, die auch den Spätsommer repräsentiert habe ich 2007 schon etwas mehr geschrieben, das kannst Du hier finden.

Als ich gestern nach vier Tagen wunderschönem Seminar nach Hause kam, stand da schon ein Paket für mich bereit, dessen Inhalt auf das nächste Shiatsu-Projekt wartet.
Im September finden die 5. Deutschen Shiatsu-Tage statt und dazu gibt es diesmal ganz speziell Gesundheitsübungen. Mehr Infos zur Aktion gibt es in den nächsten Wochen.



Weil die Erde als Element gerade so präsent ist, habe ich die Karte für die Meridiane Magen und Milz, die zur "Erde" gehören, oben aufgelegt.

Die Übung ist sehr einfach:

Wir gehen mit einem großen Schritt nach vorne. Dabei strecken sich die Arme nach vorne kreisförmig aus und nehmen auf, was Du brauchst oder was da "auf dem Buffet des Lebens" für Dich liegt.
Dann gehen wir wieder einen Schritt zurück, nehmen das Genommene mit, führen die Hände zum Bauch und legen sie dort auf. Jetzt wird das Aufgenommene verteilt und bewahrt.
Das innere Bild hierbei ist:

Ich nehme mir das, was ich zum Leben brauche.


Ich wünsche Dir einen schönen spätsommerlichen Tag und
dass Du "aus dem Bauch heraus lächeln" kannst :-)

Nora

Dienstag, 11. August 2009

Die Nacht der Sternschnuppen

© leonaruth - istockphoto.com



Wie dunkelblauer Samt
in einer Sommernacht
zeigt sich das Himmelszelt,
wolkenlos.
Da taucht sie auf und verschwindet
wie Seide im Wind.
Voller Glückseligkeit
schau ich ihr nach, der Sternschnuppe.

(Eine neue Version von einem Okto aus 2005/©Nora)


"...das Maximum an sichtbaren Sternschnuppen wird in der Nacht vom 11. auf den 12. August erwartet, dann kann man bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zählen – oder den einzigartigen Anblick einfach genießen..." so steht es im Sterngucker und ich hab gestern schon eine gesehn :-)

Einen schönen Tag und eine wolkenlose Nacht mit Sternenstaub

wünscht
Nora

Sonntag, 9. August 2009

Außergewöhnliche Performances

Immer noch im Urlaub und daher etwas blogfaul mag ich Euch zwischendurch trotzdem gerne über eines meiner Erlebnisse berichten.
Vor einer Woche gab es durch den Industrietempel eine besondere Veranstaltung, den "Sakralen Hafen".

Die Beschreibung lautete:

An vier verschiedenen "vergessenen" Orten werden für einen kurzen, vergänglichen Zeitraum sakrale Klang-Raum-Tanz-Kunstwerke entstehen, die -künstlerisch verarbeitet- Anklänge verschiedener geistiger Traditionen in sich tragen: ein indischer Tempeltanz, eine Butoh-Tanzperformance, eine Kathedralen-Stimmperformance, Sufimusik mit dem Wirbeltanz der Derwische, der Herzschlag der Erde mit einer Trommel-Ritualperformance, all dies unterstützt von einer ungewöhnlichen Form der Lichtgestaltung.

Der erste der vier Orte war wohl der ungewöhnlichste; als wir mit dem Bus dorthin gefahren wurden, erklärte unsere Begleitung, dass wir in das Innere eines Autobahnbrückenpfeilers gehen würden, eine Treppe hinuntersteigend, ins Dunkel und dort sollten wir ganz leise sein.

Dunkelheit gepaart mit einem Raum, aus dem ich nicht herauskomme, ist definitiv eine Herausforderung für mich. Und wenn auch mit gemischten Gefühlen, nehme ich solche Herausforderungen gerne an, weil ich weiß, dass sie eine Chance sind und ich ausserdem gespannt bin, was passiert.

Wir gingen also diese Treppen hinunter, dann wurden die Taschenlampen ausgemacht und die Tür fiel mit einem lauten Knall ins Schloss. Wusscccchhhh! Das wars dann, dunkel und Du kommst hier nicht mehr raus... Ich spürte eine Welle von Angst und Schrecken durch meinen Körper laufen vom Kopf bis zu den Füßen und dort wieder hinaus in die Erde. Und dann war es gut. Es war eine wunderbare Erfahrung, so durchlässig zu sein. Das Angstgefühl setzte sich nicht fest, ich ließ es durch mich in die Erde gehen und war danach ganz ruhig und konnte die Töne, die nun durch drei Menschen erklangen, voll und ganz genießen. Dazu das Geräusch der über uns fahrenden Autos war schon speziell.

Alle Orte waren irgendwo am Mannheimer Hafen.
Am nächsten Ort wartete diese Indische Tempeltänzerin, auch unterhalb einer Brücke, mit ihrer anmutigen Darbietung.




Am dritten Ort gab es die für mich schrägste und noch unbekannteste Performance.
Einen Butoh-Tanz, einen Ausdruckstanz aus Japan.




Die Beleuchtung der nächsten Darbietung ließ den Orient schon erkennen. Dazu noch die Sufi-Musik und schließlich der sich drehende Derwisch und schon vergaßen wir, dass wir uns am Mannheimer Hafen befanden.


Zum guten Schluß versammelten wir uns unter einer Bahnbrücke, von der dann über zwei Treppen 30 Trommler herunterkamen, uns in die Mitte nahmen und uns mit den Trommelschlägen und Fackelträgern umkreisten.


Jeder Ort und jede Performance war ein ganz besonderes Erlebnis und hinterließ viele Eindrücke und auch Körpererfahrungen. Wie schön, dass es so kreative Menschen gibt, die so ein außergewöhnliches Projekt ehrenamtlich auf die Beine stellen. Es folgen sicher noch mehr Projekte dieser Art des Industrietempels.

Ich wünsche Euch genauso bunte und interessante Sommertage.

Herzlich
Nora



Montag, 3. August 2009

Das schönste Herz


Das schönste Herz

Ein junger Mann stand eines Tages auf einem Platz in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz der ganzen Stadt habe.

Viele Menschen versammelten sich um ihn und alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es hatte keinen Fleck und keine Fehler. Alle versammelten Menschen gaben ihm recht. Es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten.

Der junge Mann war sehr stolz und prahlte laut mit seinem schönen Herz. Plötzlich tauchte ein alter Mann auf und sagte: „Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.“

Die versammelte Menge und der junge Mann schauten auf das Herz des alten Mannes. Dieses schlug kräftig, aber es war voller Narben. Es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken. An einigen Stellen waren tiefe Furchen, und es fehlten sogar ganze Teile.

Die Leute starrten ihn an: „Wie kannst du behaupten, dein Herz sei schöner?“ Der junge Mann schaute auf das Herz des alten Mannes, sah dessen Zustand und begann laut zu lachen.

„Du musst scherzen“, sagte er.
„Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Mein Herz ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Furchen."
„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen."

Die Menschen lauschten gespannt, als der Alte weitersprach:

„Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es meinen Mitmenschen und oft geben sie mir dann ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle bei mir passt. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind, habe ich einige grobe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.

Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der Andere ein Stück seines Herzens zurück- gegeben hat.

Das sind die leeren Furchen.
Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen. Erkennst du jetzt die wahre Schönheit?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an.

Der alte Mann nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz. Dann nahm er ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde im Herzen des jungen Mannes. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.

Sie umarmten sich herzlich und Seite an Seite gingen sie weg - und ließen die betroffene schweigende Menge zurück.

(Autor unbekannt)


Diese Geschichte habe ich von einem lieben Menschen per E-mail bekommen :-)

Von Herzen grüßend
Nora