Donnerstag, 28. Mai 2009

In jedem Augenblick...


"In jedem Augenblick handelt jeder Mensch so gut er kann - nach seinem besten Vermögen.

Das muss nicht unbedingt das Beste sein, das objektiv möglich wäre, aber eben das Beste, das einer bestimmten Person in einem bestimmten Augenblick möglich ist."

(aus "Durch Begegnungen wachsen", Kay Pollak)

Wie kommt dieser Satz bei Dir an?

Für mich ist er tröstlich und versöhnlich. Er stimmt mich friedlich.

Manchmal ist er schwer zu verstehen oder gar anzuzweifeln, in Momenten, wo ich wütend oder fassungslos bin; doch dann, wenn ich diesen Satz verinnerliche, spüre ich: so ist es und wir sind alle miteinander verbunden.

Ist es schwer, sich mit diesem Gedanken anzufreunden?
Oder denkst Du vielleicht, dass das Quatsch ist?
Alles möglich.

Kay Pollak gibt eine Hilfestellung zu dieser Aussage:
Prüfe ihre Wahrheit, indem Du sie auf ein kleines Kind anwendest. Warum nicht auf einen Säugling? Warum nicht auf Dich selbst als kleines Kind? Oder auf einen Fötus, der im Mutterbauch ist?
Alle kleinen Kinder verhalten sich in jedem Augenblick so gut, wie sie können - wie es ihrem Vermögen entspricht.

"Ich möchte so gerne daran glauben, dass jeder Mensch stets sein Bestes gibt.
Das hilft - vor allem, wenn ich mich gerade über jemand ärgere. Gerade dann versuche ich mir zu sagen: Er handelt so gut er kann - auch wenn es verdammt schwer ist, dies zu erkennen und zu akzeptieren!
Wenn mir das gelingt, löst sich ein Großteil meiner Irritation in Luft auf."

Kay Pollak's kleines Buch kam gerade zur rechten Zeit wieder in meine Hände :-)

Was denkst Du darüber?


Einen wunderbaren Tag
Nora

Kommentare:

Elana hat gesagt…

Liebe Claudia,
offen gesagt, fällt es mir verd... schwer, dazu ad hoc zu antworten. Ich habe deine Zeilen mehrfach gelesen und viele - zu viele - Menschen sind mir eingefallen, die ich nun gerade gar nicht mit diesem Satz bedenken wollte. Oder sollte ich es doch? Die Fähigkeit, so gelassen auf Gut und Böse zu reagieren, ist eine besondere Gabe. Ich hätte sie gerne.
Ich geh mal nachdenken. Passt - irgendwie - zu Pfingsten.
Schöne Feiertage wünscht
Elana

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Elana,

danke für Deine Offenheit.
Ich verstehe, dass es schwer ist, es so zu sehen. Es gelingt mir auch nicht in jeder Minute. Aber wenn ich mich daran erinnere, macht es mich friedlich und das Loslassen geht viel einfacher.
Was das Vergeben und Loslassen für mich auch einfach macht ist Singen und Tanzen (war gerade auf einem Mantra-Konzert); das ist sehr heilsam.
Vielleicht wär das was?

Liebe Grüße und einen schönen Feiertag
Nora

evi hat gesagt…

Niemand kann immer so handeln, daß es allen gefällt. Auch mit den besten Gedanken werden andere Menschen, die im Moment vielleicht etwas anderes erwartet haben, enttäuscht. Jeder versucht sein bestes zu geben. Aber "das Beste" hat für jeden eine andere Bedeutung. So sind dann leider am Ende alle enttäuscht - obwohl man am Anfang doch nur "das Beste" wollte.
evi

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Evi,

genau.
So steht es ja im Artikel. Jeder tut das Beste, was ihm möglich ist.
Subjektiv. Anders geht es nicht.

Und bei dieser Denkweise darf sich die Enttäuschung dann auch in Luft auflösen, wenn wir bedenken, dass jeder das Beste getan hat.

Liebe Grüße
Claudia Nora