Mittwoch, 15. April 2009

Wege im Chaos

Bildquelle: © monchik / PIXELIO www.pixelio.de

Mein Verstand ist eine gefährliche Gegend. Ich sehe zu, dass ich möglichst nicht allein hingehe.

(Anne Lamott)

Der Spruch bringt mich zum Schmunzeln; kann ich ihn doch so gut nachvollziehen.

Vor allem in Zeiten von Stress und Chaos.
Aktuell sieht das so aus: Termindruck und To-Do-Listen, die scheinbar länger statt kürzer werden, das kleine Wort "müssen", dass an jeder Ecke aufblitzt, usw.

Chaos bedeutet für mich: Von einem großen Durcheinander überflutet zu werden, wie von einer mächtigen Welle im Meer; in dieser Überflutung die Kontrolle zu verlieren, mich dem hinzugeben und am Ende wieder entspannt aufzutauchen, weil ich durchlässig sein konnte.

In Stress und Chaos im Verstand hängenzubleiben, ist tatsächlich gefährlich. Und so wie Anne Lamott, geh ich lieber auch nicht alleine hin ;-)
Hier ist mein Körper ein treues Gefährt und treuer Gefährte.
Dafür bin ich sehr dankbar.

In der Praxis der 5 Rhythmen, für mich eine Tanzmeditation, lernen wir im Rhythmus Chaos, zentriert zu bleiben und loszulassen. Viel mehr noch, alles durch uns durchgehen zu lassen und wieder an die Erde abzugeben, ohne dass sich etwas im Körper festsetzen kann.
Allein durch das Rückerinnern an das "getanzte Chaos" gelingt es mir, mich hinzugeben.

Amala schreibt auf ihrer Seite:

"Hingabe ist die einfache und zugleich tiefe Weisheit, dich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen, statt dich ihm zu widersetzen.
Den Fluss des Lebens kannst du nur im Jetzt erleben und indem du den jetzigen Moment annimmst, gibst du dich hin."
(Eckhart Tolle)

Wie begegnest Du dem Chaos, wenn es in Deinem Leben auftaucht?

Gehst Du tanzen, joggen, radfahren oder vielleicht einkaufen, grübeln oder etwa schimpfen? Berge besteigen, schwimmen oder einen Hausputz machen?

Ich wünsche Dir, dass auch Du einen Weg gefunden hast oder noch findest, im Auge des Sturms entspannt zu bleiben.

Einen sonnigen, entspannten Tag
Nora

Kommentare:

Konstanze hat gesagt…

Liebe Nora,
ja, ich bin lange Zeit durch eine harte Stress-Schule gegangen und habe es damals für mich praktisch so gelöst: drohte also ein Chaos-Welle mich gäntlich unter sich zu begraben, also jener kurze Augenblick, wo man meint vollständig den Überblick zu verlieren, da bin ich dann ganz ruhig geworden und habe die Blumen gegossen oder sonst etwas völlig, scheinbar, Unsinniges. Wie eine klassische Übersprungshandlung. Danach ging es klassisch weiter mit Bestandsaufnahme, Prios setzen etc. In dieser Zeit hat es mir auch sehr geholfen, dass ich damals aktiv TaiChi (12 Jahre) praktiziert habe. Heute fehlt mir dazu leider die Gruppe und die Lehrerin und so haben Yoga und Laufen diesen ausgleichenden Part übernommen.
Liebe Grüße aus meinen nun mehr meistens konstruktiven Wellen-Chaos! :-))
Konstanze

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Konstanze,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Du hast für Dich eine gute Lösung gefunden und im Hintergrund Tai Chi, Yoga oder Laufen zu haben ist sehr hilfreich.
Konstruktives Wellen-Chaos klingt gut - wahrscheinlich führt das bei Dir zu neuen Rezepten ;-) ?

LG Nora