Donnerstag, 8. Januar 2009

Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Eine sehr gute Freundin von mir erwartet gerade ihr Baby. Es ist schon über dem Termin und wer weiß, was in ihr im Mutterleib so vorgeht...
vielleicht ist sie auch in diesem Moment schon unterwegs in das Leben nach der Geburt und in Gedanken an sie schreib ich diese schöne Geschichte von Henry Nouwen hier in den Blog.
Was es alles gibt, von dem wir nichts wissen und von dem wir doch wissen - aus der Weisheit des Herzens.

Bildquelle: © Helga Schmadel / PIXELIO www.pixelio.de



Gibt es ein Leben nach der Geburt?


Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

"Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.

"Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird." antwortet der andere Zwilling.

"Ich glaube, das ist Blödsinn!" sagt der erste. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?"

"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"

"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."

"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders."

"Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum."

"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen."

"Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"

"Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"

"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."

"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...."

nach Henry Nouwen

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Einen Tag voller Wohlerleben
wünscht Nora

Kommentare:

Hansruedi hat gesagt…

Es hat mir Spass gemacht, diese Geschichte zu lesen.
Ein treffendes Gleichnis!
Mit lieben Grüssen
Hansruedi

seelenruhig hat gesagt…

Danke liebe Nora für diese tolle Geschichte! die hab ich mir mitgenommen!

Das Foto ist herzallerliebst!!

Liebe Grüße

von Ellen

Claudia Nora hat gesagt…

Gerne :-)

Das Baby meiner Freundin ist jetzt übrigens da. Am 11.01. ins Leben nach der Geburt :-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Nora,
die geschichte finde ich sehr schön.
Bei mir hat sie schon eige Jahre einen Platz
http://www.norbert-glaab.de/geburt.html

Nur kannt ich bisher die Quelle nicht.

Beste Grüsse
Norbert