Donnerstag, 20. November 2008

Körperübungen - Entschlossen dabeibleiben

Christoph hat in seinem Bandscheibenblog kürzlich über das Thema Bewegung - permanente Motivation ist entscheidend geschrieben. So wie er, mache auch ich und viele andere Kollegen die Erfahrung (und kennen wir das nicht auch teilweise von uns selbst?), dass nur ein geringer Teil der Patienten oder Klienten ihre Übungen regelmässig durchführt.

Noch schwieriger finde ich, wenn der Patient mit Beschwerden von vornherein zu erkennen gibt, dass er nichts an seinem Tages- und Wochenablauf ändern kann (ich würde statt "kann" das Wort "will" einsetzen), aber die Behandlung doch bitteschön seine Beschwerden, möglichst dauerhaft, wegpusten soll.

Wer jedoch etwas für sich tun will und Schwierigkeiten hat, motiviert dranzubleiben - bei demjenigen ist wenigstens das Erkennen da, mit einer Veränderung der Lebensgewohnheiten, z.B. Bewegung, zu mehr Lebensqualität und weniger Beschwerden zu kommen.

Shizuto Masunaga, der Begründer des Zen-Shiatsu schreibt:

"Um in den Genuss der Vorteile verbesserter Gesundheit und gesteigerten Wohlbefindens zu kommen, muss man die (in diesem Fall) Imaginationsübungen regelmäßig ausführen. Doch zu Beginn einer neuen Disziplin wie dieser sind immer Hürden zu überwinden. Die Japaner nennen einen Anfänger, der eine einmal begonnene Sache keine vier Tage durchhält, mikka-bozu (einer, der am dritten Tag aufgibt). Ein weiterführendes Engagement hängt häufig davon ab, ob jemand über den dritten Tag hinaus bei der Sache bleibt. Irgendwie scheint sich um den vierten Tag herum stets ein plötzliches Nachlassen der Motivation einzustellen, unabhängig von der anfangs getroffenen Entscheidung...

...Wie bleibt man also bei einer Disziplin, zu der man sich entschlossen hat?
Zuallererst geht es darum, sich mindestens eine Woche lang daran zu halten. In dieser Phase kommt es darauf an, sich geistig wie körperlich über Gründe und Erfordernisse eines Vorhabens klar zu werden. Wenn der Körper erst einmal fühlt, wie gut ihm das Programm tut, wird er dessen Fortführung ohnehin einfordern.
Es ist bemerkenswert, dass alles, was einem wirklich wichtig ist, immer auf irgendeine Weise erledigt wird.
Das muss nicht heissen, dass alles Erforderliche tatsächlich getan wird. Hier geht es einfach darum, dass die unentbehrlichen Dinge des Lebens im weitesten Sinne Freude bereiten und mit einem guten Gefühl verbunden sein können.
Wenn wir erst einmal erfahren haben, dass etwas angenehm und erfreulich sein kann, finden wir auch die Zeit dafür."

(Shizuto Masunaga - aus "Meridian Dehnübungen")

Kommentare:

Dori hat gesagt…

Liebe Claudia,

ich muss zu meiner Schande gestehen, dass es bei mir genauso ist. Ich werde erst wieder aktiv, wenn ich mich vor Rückenschmerzen nicht mehr bewegen kann. Dann mache ich wieder regelmässig meine Yoga-Übungen, und siehe da, es wird von Tag zu Tag wieder besser.

Dies inspiriert mich dazu, heute einen Beitrag über die Kontinuität zu schreiben.

Viele liebe Grüße

Dori

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Dori,

schön, dass Du zu einem neuen Beitrag motiviert bist. Vielleicht motiviert es Dich auch wieder zu den Yoga-Übungen? :-)

Liebe Grüße
Nora