Mittwoch, 26. November 2008

Die Reise eines (bis jetzt ungeliebten) Buches


Manchmal lasse ich Bücher frei. Und manchmal ist es schön, zu erfahren, wie die Reise des Buches verläuft.
Freilassen bedeutet in diesem Fall: ich klebe einen Aufkleber auf das Buch, da steht sowas drauf wie "nimm mich mit, lies mich und lass mich wieder frei". Drauf kommt dann noch die Nummer, auf der ich das Buch in Bookcrossing registriert habe und los geht es; ich lasse das Buch an einem Ort liegen, wo es gefunden werden kann.
Wer es dann findet, kann bei Bookcrossing dazu einen Kommentar schreiben und ich kriege die Nachricht dazu.

Es begann im Mai. Vor dem Urlaub kaufte ich noch schnell ein paar Bücher, lies mich von meinem Buchhändler beraten und so kam ich u.a. zur "Eleganz des Igels", was er mir wärmstens empfohlen hatte. (Jaja, ich weiß, die Autorin wurde mit Preisen überhäuft... soll das irgendwas bedeuten?)
Also habe ich das dicke Buch mit nach Irland geschleppt und mich ca. bis Seite 60 durchgequält mit dem Drang danach, die Autorin kostenlos zu massieren, damit diese schrecklich verkopften Sätze ein Ende haben können und meine Mitmenschen nicht mehr länger Leseproben von mir zu hören bekamen, weil ich es allein nicht mehr ertragen konnte.
Ich beschloss dann, mir das Buch nicht weiter anzutun und es zuhause freizulassen.

Im Juni schickte ich es auf die Reise im ICE von Baden-Baden nach Freiburg.
Fünf Tage später bekam ich die Nachricht, dass es nun in Wettingen, im Kanton Aargau in der Schweiz gelandet ist. Der Finder kam bis Seite 48 und lies es dann wieder frei, weil es auch ihm nicht gefiel.
Der Nächste fand das Buch in Baden in der Schweiz. Er nahm es mit nach Italien in den Urlaub. Dort fing er an zu lesen und auch er wurde nicht fertig damit, weil wie er schreibt, das Buch "nicht so sein Geschmack ist" und er es wahrscheinlich wieder frei lässt.

Da bin ich ja gespannt, wo die nächste Reise hingeht und hoffe sehr für das Buch, dass es endlich den Leser findet, der es zu schätzen weiss ;-)

Kommentare:

seelenruhig hat gesagt…

diese Idee ist so toll! Mag ich und mal sehen, vielleicht mache ich es auch.

Ich sortiere immer wieder Bücher aus: so Schmöker, die man gerne liest, oftmals sogar verschlingt, dann aber nicht unbedingt im Bücherregal haben muss. Die bringe ich dann auf unsere Selbstversorgerhütten (Alpenverein Lindau) und wenn ich das nächste Mal komme, sehe ich ,dass sie fast alle verschwunden sind. Oft vergessen die Leute, Lesefutter mitzunehmen und dann ist das Wetter schlecht und man freut sich, einen Schmöker vorzufinden... den man in der kurzen Zeit nicht schafft und dann eben im Rucksack "mitgehen" lässt.

Mich freut's!

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Ellen,

ja, wenn die Bücher mitgenommen und danach wieder freigegeben werden, dann haben mehr Menschen was davon.
Wenn es dann noch möglich ist, ein Feedback vom Finder zu bekommen via Bookcrossing, macht es noch mehr Spaß ;-)

Karina hat gesagt…

Liebe Claudia,
mir ging es gleich. Ich fing zu lesen an und dachte, dass Buch wurde soooo gelobt und wie toll es ist und ich fand absolut keinen Zugang. Aber die Idee mit freigeben ist toll. :)

Claudia Nora hat gesagt…

Liebe Karina,
ich finde das interessant. Bis jetzt hab ich noch niemanden getroffen, der das Buch toll fand.
Aber irgendwo muss es doch die Leute geben, die es gern gelesen haben...
Liebe Grüße
Nora