Samstag, 16. August 2008

Faszination Faszien



"Durch ihre Aktivität leben wir, durch ihr Versagen schrumpfen, schwellen wir an und sterben.

Jede einzelne Faser der gesamten Muskulatur verdankt seine Beweglichkeit diesen flexiblen Septen, die allen Muskeln helfen, ohne Reiben und Zerren über- und umeinander zu gleiten. Sie sorgen nicht nur für diese Gleitfähigkeit, sondern bringen auch Nährstoffe zu allen Stellen des Körpers. Die Nerven in den Faszien sind so zahlreich, dass jede einzelne Zelle des Körpers mit Nervenimpulsen und Flüssigkeit versorgt wird.

Ich kenne keinen Teil des Körpers, der es den Faszien als Forschungsfeld gleich tun kann. Ich glaube, dass sich beim Studium der Faszien mehr reichhaltige und goldene Einsichten auftun werden, als bei irgend einem anderen Aspekt des Körpers.

Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fließen.

Wenn Du mit den Faszien arbeitest, behandelst Du die Zweigstellen des Gehirns; und nach den allgemeinen Geschäftsregeln haben die Zweigstellen gewöhnlich die gleichen Eigenschaften wie die Zentrale. Also warum sollte man die Faszien nicht mit dem gleichen Maß an Respekt behandeln wie das Gehirn selbst."

(Zitate von Andrew Taylor Still, in Philosophy of Osteopathy, 1899)


Bei einer Fortbildung "Faszination Faszien" und "Myofascial Release" bei Dr. Robert Schleip durfte ich die Faszien neu kennenlernen. In einem Film von Dr. Jean Claude Guimberteau wurden die Faszien in physiologischen Bewegungen in einem lebenden Menschen gezeigt. In dem Film erinnerten sie mich an ein Spinnennetz; so fein und beweglich und an einem Punkt angefasst, wird doch auch die entfernteste Stelle dadurch berührt.

"Faszien üben nicht nur Stütz- und Verbindungsfunktion aus. Die in ihnen enthaltenen Rezeptoren machen sie zu einem wichtigen Sinnesorgan. Ihre Durchtrittsstellen stimmen oft mit Akupunkturpunkten überein. Faszien enthalten kontraktile Zellen und stehen in Wechselwirkung mit dem Vegetativum, so dass über deren Behandlung auf Letzteres eingewirkt werden kann."
(Dr. Robert Schleip in der Deutschen Zeitschrift für Osteopathie 1, 2004)

Ich freue mich, die neu erlernten myofaszialen Techniken in meine Behandlungen mit einzubringen. So wie die Faszien selbst verbindet diese Arbeit all meine bisherigen Behandlungsweisen.

Ein wunderbares Wochenende
wünscht
Claudia Nora

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