Donnerstag, 24. Mai 2007

Leben und Tod

Aus aktuellem Anlaß...


Es gibt kein Leben ohne Tod.
Der Tod ist also so natürlich wie das Leben.
Und doch:
Wenn Menschen, die wir lieben oder mit welchen wir ein Stück unseres Weges gegangen sind, aus dem Leben scheiden, scheint es uns immer zu früh.
Wenn ein Mensch so ganz unerwartet stirbt, ist es wirklich schwer zu fassen.
Doch unsagbar schmerzhaft ist es sicherlich, wenn ein geliebter Mensch den Freitod wählt.
Und auch wenn dieser Mensch nicht ein naher Verwandter oder Freund ist, so ist man doch sehr betroffen und wird nachdenklich.
"Warum nur?" und "Gab es keinen anderen Ausweg?", "Hätte man nicht etwas tun können?" oder "Warum hat er/sie nichts von den Problemen gesagt?" sind Fragen, die auftauchen.
Beantworten können wir es nicht.

Es ist ein Weckruf.
Mögen wir Menschen Kontakte und Gemeinschaften pflegen, wo wir sein können, uns zeigen können, mit all unseren hellen und dunklen Seiten, damit das Dunkle ins Licht kommen darf und nicht übermächtig wird.
Der, der Du freiwillig gegangen bist, bist in dieser Lektion unser Lehrer.
Ich danke Dir für den Weckruf.

"Komm', komm', wer immer Du bist,
Wanderer, Anbeter, Fliehender,
Egal.
Unsere ist nicht eine Karawane der Verzweiflung.
Komm', auch wenn Du Dein Gelübde tausendmal gebrochen hast.
Komm', und noch einmal, komm', komm'."

(Gedicht der Sufi)

Donnerstag, 17. Mai 2007

Galsan Tschinag



"Traditionelle Heilkunst im mongolischen Schamanismus" war der Titel des Workshops mit Galsan Tschinag aus Tuwa. Die Veranstaltung fand im Tipi von Barbara Gramlich in Freiamt statt, umgeben von ursprünglicher Natur.

Galsan Tschinag ist Stammeshäuptling, Schamane und Dichter der Tuwa-Nomaden in der Mongolei.
Im Workshop erzählte er vom Leben in seiner Heimat, vom schamanischen Heilwissen aus Tuwa und zeigte einfache Elemente des Heilens.

"Heilen heißt bei den Nomaden: berühren mit Worten, berühren mit den Händen, genaues Zuhören, Riechen, Öffnen der Sinne, intuitives Wahrnehmen des ganzen Menschen. Wenn Heilender und Heilsuchender sich vorbehaltlos einander öffnen, entsteht Resonanz, wird Berührung möglich, werden Ressourcen aktiviert, die heilsame Veränderungsprozesse anzuregen vermögen."

Was im Familienverbund und in Lebensgemeinschaften ganz natürlich ist, nämlich sich gegenseitig Gutes zu tun, sich zu massieren, zu halten, in Körperkontakt zu gehen, ist in unseren Kulturen ein bißchen verloren gegangen. Leben wir nicht in einer berührungsarmen Welt?
Doch mein Gefühl ist, daß wir uns wieder in diese Richtung bewegen. Vermutlich bin ich für dieses Thema einfach sehr empfänglich, doch scheint es mir wirklich, daß immer mehr Menschen an diesem "Umkehrpunkt" angekommen sind und sich zurückbesinnen, auf das, was wesentlich ist. Die Sehnsucht nach echter Berührung (Berührung mit allen Sinnen) ist die Nahrung für unsere Seele und somit für den Körper und unser Sein.

Das Band zwischen Heiler und Heilsuchendem ist eine Brücke, ohne die wir nicht zueinander kommen. Das bedeutet, ohne das gegenseitige Vertrauen und den gegenseitigen Glauben aneinander, kann kaum Heilung stattfinden.
Dieses Band gibt es leider immer weniger in unserem Medizinsystem. Die Zeit gibt es nicht in der Arztpraxis und schon gar nicht im Krankenhaus.
Doch wenn wir davon ausgehen, daß in jedem von uns ein Heiler steckt, dann können wir doch vieles für einander tun, was heilsam ist. Einfach indem wir natürlich sind, gegenseitig auf unsere Bedürfnisse eingehen und vor allem: Vertrauen in uns selbst haben, daß wir etwas Gutes zu geben haben.

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Galsan Tschinag hat zahlreiche Bücher geschrieben. Zwei davon habe ich gelesen:
"Die graue Erde" erzählt vom Leben einer mongolischen Nomadenfamilie, einem Leben mit der Natur und dem Schamanismus und den Veränderungen und Zwängen, die der Sozialismus in den 40er Jahren mit sich brachte.
"Liebesgedichte" ist das andere Buch; für mich als Anhängerin der Poesie wiedermal ein Schatzkästchen.
Klappentext: "Poesie ist die strotzende Kraft, die dem Universum als Ganzem so auch jedem seiner Splitter innewohnt. Ist die summende Stimme der Seele eines jeden Lebewesens."

Montag, 14. Mai 2007

"Die Gaben der Fünf"



Reich beschenkt fühlte und fühle ich mich immer noch von diesem Wochenende. Ich durfte ein Seminar von Dianne Connelly im ESI Heidelberg miterleben und mitgestalten.
Dianne Connelly, unter anderem Autorin von zwei Büchern über die Wandlungsphasen ( "Traditionelle Akupunktur: Das Gesetz der Fünf Elemente" und "Alles Weh ist Heimweh") tanzte mit uns den "Tanz" durch die Fünf Wandlungsphasen.
Die "Gaben" sind die Qualitäten und Geschenke, die durch uns selbst in die Welt kommen.

Ich wurde wieder daran erinnert, nichts zurückzuhalten und die Geschenke, die ich in mir trage, zu geben. Denn nur so, indem ich sie gebe, habe ich auch etwas davon.

Wir alle wissen nicht, wielange wir hier sind, wann unsere letzte Stunde schlägt.
Können wir uns fragen: War es heute für jemanden bedeutsam oder war heute jemand glücklich, weil ich im Leben bin?

Und was ist gute Medizin? Es kann so einfach sein... nicht nur ,was der Arzt verordnet, ist Medizin.
Gute Medizin kann sein: ein Lied für jemanden singen, aufmerksam zuhören, ein Lachen, Anerkennung geben, einen Raum offen halten für den Schmerz, der sich vielleicht zeigen möchte und vieles mehr.

Dieses Wochenende wurde das All-eins-sein noch mehr erfahrbar für mich.

Ich danke Dianne für das "Aufwecken" und allen anderen dafür, daß wir diesen Raum zusammen geschaffen haben und uns gegenseitig haben bewegen und berühren lassen.


"Es wäre gut, wenn wir aufwachten, bevor wir sterben."

(Altes Hindusprichwort)

Sonntag, 6. Mai 2007

Nur eine Minute

Für all diejenigen, die mit Meditation wenig vertraut sind und sich diese als anstrengendes einstündiges Stillsitzen in unbequemer Position vorstellen -
hier ist die Alternative: J-A-M - Just a minute.

"Just-a-minute ( j-a-m) ist eine neue dynamische Kampagne in der es darum geht, die Kraft friedvoller und ruhiger Gedanken zu erfahren. j-a-m führt Sie in regelmäßige ein-minütige Momente der Stille in Mitten Ihres Alltags; ob als gestresste Führungskraft, beschäftigte Mutter oder als prominente Persönlichkeit."

Es gibt viele Formen der Meditation und aller Anfang ist schwer. Ich meine, besser, als es gar nie zu versuchen, ist es, mit einer Minute anzufangen.
Vielleicht sitzen Sie einige Stunden am Tag am PC, dann klicken Sie doch mal hier und probieren Sie eine der angebotenen Ein-Minuten-Meditationen.
(Tipp: Unten rechts auf der Seite können Sie die Sprache auswählen.)