Montag, 26. März 2007

Kennen Sie das NEIN-Programm?

NEIN ist die Abkürzung für das »Nächste Effektive Interventionsniveau«.
Was das ist? Ich würde es so beschreiben: Schritt für Schritt gehen und für meine Handlungen die naheliegendsten Möglichkeiten aussuchen.

Das NEIN hier bezieht sich auf das Gesundheitswesen. In der Zeit Online schreibt der Allgemeinmediziner Harald Kamps, der mehr als zwanzig Jahre in Norwegen praktizierte, über ein Prinzip im norwegischen Gesundheitssystem.
Es geht darum, mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit zu übernehmen, tja, einfach ein gesünderes Verhältnis zur Gesundheit zu erschaffen. Und es wird auch beschrieben, welche negativen Aspekte das "Arztgerenne" haben kann. Ein Auszug daraus beschreibt:

"Es (NEIN) bedeutet: nicht mit dem Mercedes fahren, wenn das Ziel um die Ecke auch zu Fuß zu erreichen ist. Noch konkreter: nichts dem Arzt überlassen, was jede Oma besser weiß. Nichts dem Arzt überlassen, was die Gemeindekrankenschwester besser regelt. Nichts dem Facharzt überlassen, was der Hausarzt besser überblickt. Nichts dem Krankenhaus überlassen, was der Facharzt um die Ecke auch kann."


Lesen Sie selbst und machen Sie sich ein Bild davon.

Interessant, um nicht zu sagen "typisch" fand ich einen Leserkommentar zu dem Bericht, in dem steht:

"Was wir in Deutschland bräuchten, wären Anreize, die einen gesunden Lebensstil honorieren. Eine Prämie beispielsweise die sich aus den eigenen Krankenkassenbeiträgen ergibt und einen Teil der geleisteten Zahlungen zurück zahlt, wenn man z.B. ein Jahr nicht zum Arzt musste. So ergibt sich wenigstens einen Anreiz nicht bei jeder Erkältung zum Arzt zu rennen und die Wartezimmer wären wieder frei für die wirklich Kranken."

Ich denke: Müssen wir wirklich wie die Affen im Zirkus für alles ein Bonbon bekommen, damit wir verantwortlich und gesund für uns selbst und für die ganze Gesellschaft handeln können?
Für mich selbst kann ich sagen, daß ich sicher nicht wie ein trotziges Kleinkind bei der nächsten Erkältung zum Arzt renne, nur weil ich schließlich auch einen Krankenkassenbeitrag bezahle und keine Belohnung für das Nichtkommen kriege.

In diesem Sinne: Gesundheit!

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