Mittwoch, 21. Februar 2007

Körperwahrnehmung - dem Körper lauschen

Wie oft ißt Du, wenn Du nicht hungrig bist?
Wie oft arbeitest Du weiter, wenn Du eine Pause brauchst?

In der Praxis erlebe ich es immer wieder, wenn ich Menschen frage, wie sich ein bestimmter Körperteil anfühlt, daß sie es nicht sagen können. Manchmal kommt dann eine Frage wie: "Ja, wie soll es sich denn anfühlen?"
Die Antwort darauf kann nur jeder selbst geben.
Wenn wir auf unseren Körper hören, kommen wir in Berührung mit unseren Bedürfnissen und können schneller erkennen, was wir brauchen. Wir erkennen früher die Anzeichen, die vor dem Schmerz, dem Unwohlsein oder der Krankheit kommen.

Fang mit einer einfachen Übung an.
Nimm Dir eine halbe Stunde, in der Du ungestört bist.


Leg Dich bequem auf den Rücken und entspanne Dich.
Atme in Deinen Bauch, so tief wie Du kannst, ein.
Entspanne und atme aus.
Stell Dir vor, daß Du bei jedem Ausatmen in den Bereich des Körpers atmest,
zu dem Du Deine Aufmerksamkeit bringen willst und beobachte, was Du da fühlst.
Wenn Du es nicht gewohnt bist, in Dich hineinzuspüren, kannst Du für den Anfang
ein paar einfache Fragen benutzen. Hier eine kleine Anregung dazu:

Dein Kopf: fühlt er sich warm oder kalt an?
Dein Gehirn: gibt es viele Gedanken hier, die durcheinander sprechen?
Dein Atem: fließt er frei durch Deine Nase?
Dein Kiefer: ist er verkrampft oder frei?
Dein Hinterkopf: gibt es da Spannungen oder nicht?
Dein Nacken: ist er angespannt oder entspannt?
Deine Schultern: sind sie frei beweglich?
Deine Arme: sind sie müde oder kraftvoll?
Deine Hände: sind sie kalt, warm, feucht oder trocken?
Dein oberer Rücken: gibt es hier Schmerzen oder Spannungen?
Dein unterer Rücken: spürst Du hier Spannung?
Dein Brustkorb: fließt der Atem leicht oder nur begrenzt?
Dein Magen: ist er nervös oder entspannt?
Deine Hüften: sind sie entspannt, fühlen die beiden Seiten sich gleich an?
Deine Knie: sind sie steif oder locker?
Deine Beine: sind sie müde oder kraftvoll?
Deine Füße: sind sie kalt, warm, feucht oder trocken?

Dein ganzer Körper: wie fühlt er sich an?
Deine Emotionen: wie fühlst Du Dich innerlich?
glücklich, zufrieden, traurig, ruhig, niedergeschlagen oder positiv?

Je öfter Du diese Übung machst, desto genauer und schneller erkennst Du, wenn es ein Ungleichgewicht gibt.
Es ist auch eine Möglichkeit, herauszufinden, welche Dinge Dir guttun.
Wenn Du z.B. herausfinden möchtest, ob eine Tätigkeit oder eine Mahlzeit gesund für Dich ist, mache die Übung davor und einige Zeit danach. Schau, was sich verändert hat.

Diese Übung läßt sich auch gut machen, wenn wir irgendwo warten müssen oder im Zug sitzen, wo auch immer wir Zeit dazu haben.
Mit der Zeit wirst Du die Fragen oben nicht mehr brauchen. Neue Empfindungen kommen hinzu und Du spürst, was wirklich ist.

Viel Spaß beim Entdecken des Körpers!

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